“LAWLESS”

Ein europäischer Sommer

Je nach dem exponenziellen Vorsprung der Technik, kämpft das Gesetz, wie wir es derzeit kennen, um die Autorität zu bewahren. Physikalische Grenzen sind angesichts eines unkontrollierbaren, gesetzlosen digitalen Reiches überflüssig geworden. Es ist die Aussicht auf "Gesetzlosigkeit", die im Mittelpunkt der neuen HERMIONE FLYNN Konzeptkollektion steht.


© Gero Breloer

Als Ausgangspunkt hat FLYNN ein technologisches Experiment inszeniert, Dauertanzer Moo Kim und die Verwendung eines 3D Sensor Motion Capture System bemüht. Durch diese Arbeit erforschte FLYNN, wie die Beschränkungen der Technik und des physischen Körpers auf eine digitale Figur umgesetzt wurden. Das tiefste Resultat schilderte eine digitale Gestalt, die die "Grenzen" ihres eigenen "Fleisches" oder "Haut" nicht erkannte - die Arme durch den Torso hindurch, die Beine zerlegten einander, der Kopf durch die Schultern unterbrochen...

Mit Hilfe der Bilder hat FLYNN eine Kollektion entwickelt, die klassische Herrenbekleidungsstücke aufweist und dennoch die Verlagerung oder Vervielfältigung von Glieder vorsieht und die physikalischen Realisierungen einer "randlosen" oder "gesetzlosen" Realität darstellt. Mit besonderem Augenmerk auf die westliche Kleidung der überwiegend weißen männlichen Gesetzgeber, sind Kleidungsstücke wie Arbeitsanzüge, Blazer, Hemden und Trenchcoats verdreht, verschoben, vervielfältigt und umgekehrt und schaffen eine Anspielung auf politische Störungen und Desorientierungen.