Urethan-Pool, Chapter Two

© Gero Breloer

Urethan-Pool, Chapter Two ist aus dem Wunsch entstanden, mit der Herstellung von Kleidung zu experimentieren. Dank der Entdeckung eines Polymers namens Urethan hatte ich die Gelegenheit, eine andere Konstruktionsmethode auszuprobieren als der traditionelle Couture-Prozess „Zuschneiden – Nähen“. Dieses besondere Material hat ursprünglich eine flüssige Form, trocknet sehr langsam und ist in fester Form sehr transparent.

Durch meine Experimente habe ich gemerkt, dass dieses Material, nachdem es auf den Stoff gegossen und von den Stofffasern aufgenommen wurde, Textilien zusammenschweißt. In diesem Sinne habe ich mich entschlossen, mich auf dieses Merkmal zu konzentrieren, um damit ein neues Vokabular für den Herstellungs- und Veredelungsprozess meiner Kollektion zu entwickeln. Dünne Urethan-Bahnen, auf verschiedene Textilien gegossen, ermöglichen es, Schichten zu befestigen, fragile Teile zu verstärken und den Stoff zu schneiden, ohne dass er ausfranst.

Zuerst wollte ich die Fließfähigkeit des Materials zähmen, habe dann aber nach und nach die Mängel des Materials angenommen und die spontanen Dimensionen und die daraus entstehenden neuen Perspektiven akzeptiert; Es wurde ein Spiel zwischen Funktionalität und Ornament.

Innenarchitektur aus den 60er Jahren hat mich schon immer inspiriert, besonders verschiedene Künstler wie Architekt Bruce Goff und das Bavinger House, in dessen Innern Brunnen in mit Teppich bedeckten Oberflächen eingelassen sind. Die Kontraste zwischen matten und glänzenden oder zwischen festen und flüssigen Materialien haben spontan einen Platz in meinen Experimenten und später in meiner Kollektion gefunden.

Eine stille Fließfähigkeit.